the burden
of choice
So. Auf Wiedersehen Grundstudium. Nach den typischen drei Semestern bin ich nun auch an dem Punkt, an welchem ich den Schritt vom Grund- zum Hauptstudium gehen möchte. Klar, es waren keine typischen drei Semester. Das erste Jahr meines Studiums war durch Online-Unterricht und wenig sozialen Kontakten noch ganz anders als dieses, das dritte Semester. Das heißt natürlich nicht, dass ich in den ersten beiden Semestern nichts gelernt habe, nur eben anders.
Ich habe in den vergangenen 1 1/2 Jahren einiges an Erfahrungen mitnehmen dürfen eins ist bis jetzt aber gleichgeblieben, darüber am Ende mehr.
Das Grundstudium habe ich genutzt, um möglichst diverse Kurse zu wählen. Das hier ist eine kategorisierte Auswahl der Kurse, die mich am meisten beeinflusst haben.
Mein Weg zur Fachhochschule Potsdam
Wie kam ich überhaupt zu diesem Punkt? In meiner Familie und dem frühen Umfeld hatte ich sehr wenig Berührungspunkte mit dem Thema Design. Mein Vater war jedoch sehr technikaffin, weshalb ich früh damit begann, am PC herumzuprobieren. Als Kind drehte ich mit meiner Cousine Stop-Motion Filme mit unserer Familien-Kompaktkamera und einem zusammengewürfelten Set aus Lego, Playmobil, Schaumstoffblöcken und anderen Figuren oder Autos. Wenn wir dafür keine Zeit hatten, öffneten wir Paint und kreierten unsere eigenen Animationsfilmchen am Windows 98 Rechner meiner Großmutter.
Ein paar Jahre später begann ich dann Internetseiten zu gestalten und mich mit Programmierung auseinanderzusetzen. Die treibenden Faktoren hierfür waren ein paar Internetbekanntschaften. Eben jene, wovor wir im frühen Kindheitsalter immer gewarnt wurden. Und doch waren es diese, die mich zu dem Punkt gebracht haben, an dem ich nun bin.
Denn mit der Zeit habe ich mich immer mehr für Film, Internetseiten, Fotografie, Poster- /Grafikgestaltung, Audioproduktion und Markengestaltung interessiert. Als das Abitur näher kam, war ich gleichzeitig schon so überzeugt, als auch unsicher über meine Zukunft.
Poster aus meiner selbst gesetzten Challenge, jeden Tag für 3 Monate ein Poster zu erstellen
Was wollte ich machen? Film? Oder doch lieber Internetseiten und Handy-Apps. Meine Interessen schwankten über die Monate und Jahre immer zwischen den oben genannten Kategorien hin und her, so, dass ich mich für keine spezifische entscheiden konnte. Ich wollte alles machen und davon nichts vermissen — mich nicht einschränken.
Nur durch Zufall habe ich dann vom Studiengang „Kommunikationsdesign“ erfahren. Als ich mich informierte, was dieser umfasst, fühlte ich mich aufgenommen. Direkt wie zu Hause. Alles, was ich wollte, war in den beschreibenden Texten dargestellt. Wie hätte ich mich da für irgendetwas anderes entscheiden können?
Schlagzeilen-Analyse
Data Portraits
Prof. Myriel Milicevic
1. Semester
Der Kurs „Data Portraits“ von Prof. Myriel Milicevic hat mir trotz erstem Semester und Online-Lehre einiges mit auf den Weg gegeben. Schon bei der ersten Aufgabe in der ersten Woche habe ich mich mit Martin Zerr getroffen, welchen ich kurz davor durch Stura-Events kennenlernte. Es ging darum, Daten über unser Leben mittels Haushaltsgegenständen darzustellen.
Durch die doch eher unkonventionelle Aufgabe waren wir gezwungen „Out of the Box“ zu denken und neues zu versuchen.
Auch in den folgenden Aufgaben konnte ich neue Menschen kennenlernen, da wir in Gruppenarbeit ein gemeinsames Projekt bearbeiteten. Durch dieses Projekt habe ich auch einige Dinge bezüglich effektiver Kooperation gelernt.
Dadurch, dass das Projekt so datengebunden war, waren wir gezwungen, kreative Ansätze zu finden, um die Daten zu verarbeiten. Das hat nicht nur zu coolen Visualisierungen geführt. Ich habe auch Übung für mir vertraute Visualisierungsformen, wie Postern oder Internetseiten, an neuen Problematiken bekommen.
Diese Daten dann auf Medien zu projizieren, mit denen man vertraut ist, war eine sehr interessante Erfahrung. Ich konnte aus dem schöpfen, was ich wusste, um besser mit dem umzugehen, was ich nicht wusste und noch lernen konnte.
Ich konnte mit Milan Wulf und Hamed Shahsavari, meinen Teampartnern, einige interessante Daten sammeln, die wir auch im Austausch von Tools, Ideen und Erfahrungen gemeinsam auswerteten.
Hauptteil meiner Visualisierung war eine interaktive Webseite, die mit kleinen Spielchen die Daten an die User:innen bringt. Ich habe mich dafür entschieden, da wir im Laufe des Kurses auch eine Einleitung in programmatische Datenvisualisierung mittels P5.js hatten. Meine Visualisierung habe ich jedoch mit Vue.js vorgenommen. Ziel für mich war es, für Leser:innen eine Reise zu schaffen, für welche die kleinen interaktiven Spielchen dann nur die i-Tüpfelchen wären.
Im Großen und Ganzen war es schon arbeitsaufwändig die Daten zu sammeln und zu visualisieren, es hat aber auch eine Menge Spaß gemacht und ich habe einige neue Ansätze zum Visualisieren von Daten gelernt.
Grafiklabor
Felix Walser
1. Semester
Das Grafiklabor bei Felix Walser war für mich enorm aufschlussreich. Privat und hobbymäßig beschäftige ich mich schon deutlich mehr mit digitalen Medien, weshalb Erfahrungen im Print-Bereich wirklich nötig und neu für mich waren.
Klar, ich wusste was CMYK ist, was ein Laser- und Tintenstrahldrucker sind, aber da hörte es dann bei mir auch schon auf.
Neben theoretischen Dingen wie Hoch- und Tiefdruck habe ich in diesem Kurs das erste Mal ein kleines Heft selbst gebunden. Es ist doch schon immer ein anderes Gefühl, wenn man am Ende der Arbeit ein fertiges Produkt in den Händen halten kann. Das ist nochmal etwas ganz anderes als Pixel auf einem Bildschirm anzuschauen.
Abseits davon habe ich auch einige Dinge gelernt, die immer wieder wichtig sein werden, wenn ich etwas drucken möchte. Ich habe vorher nie mit Schnittmarken gearbeitet und wusste nicht, wie diese funktionieren. Testdrucke ergaben für mich immer wenig Sinn, bis ich mal eine Testdruck-Seite selbst erstellt habe.
Auch neue und interessante Geräte habe ich kennen- sowie schätzen gelernt. Wir experimentierten mit dem Plotter, dem Risographen und am Ende machten wir einen Indigodruck.
Die verschiedenen Drucktechniken sind natürlich für unterschiedliche Dinge angemessen. Aber um zu wissen, wann und wie man diese Techniken verwenden kann, ist es ungemein hilfreich, diese schon einmal benutzt zu haben und von deren Existenz zu wissen.
Design System Mivolis — Vom Zeichen zur Marke
Prof. Matthias Beyrow
1. Semester
Der Kurs „Vom Zeichen zur Marke“ war in vielerlei Hinsicht spannend.
Beginnend finde ich es super, dass wir Videos zur Vorstellung und Fortschritt-Präsentation erstellen sollten. Videos begleiten mich wahrscheinlich schon am längsten auf meiner kreativen Reise. Da schätze ich jede Möglichkeit Videos zu produzieren sehr. Auch wenn ich bei der Selbstdarstellung von mir im Vorstellungsvideo einige Schwierigkeiten hatte, da ich Probleme dabei habe, mich selbst vor- und darzustellen.
Die Videos von Prof. Beyrow sind auch super. Nicht nur waren und sind sie informativ, sie haben auch einen Anteil an Humor, der es den Zuschauenden einfacher macht, die Informationen zu verarbeiten. Insbesondere haben mir die Videos zur Semiotik und Markenzeichen geholfen, mehr über die Seite von Marken im Design zu verstehen.
Bei der Erstellung des neuen „Mivolis“ Logos, habe ich sehr viel umher probiert, bis mir etwas gefiel. Diese Übung hat mir sehr geholfen, unterschiedliche Konzepte zu testen und immer mehr zu experimentieren.
Für das Packaging-Design musste ich ebenfalls aus meiner Komfortzone heraustreten. Hierbei ist mir auch die Wichtigkeit von Designsystemen deutlich geworden. Eine strikte aber einfache Regelung des Layouts reicht bereits aus, um eine starke Markenzugehörigkeit zu knüpfen. Ich habe dies erreicht, indem ich mein Mivolis Logo am Ende des obersten Drittel der Verpackung platzierte und den Rest der Informationen auf einer Farb-Fläche, welche die Produktkategorie symbolisiert, in den unteren beiden Dritteln.
Bei der Gewichtung der Informationen musste ich mir Gedanken über die Wichtigkeit jener machen, worauf dann die Schriftgröße, Schriftschnitt und Position beruht. Schwierigkeiten hatte ich bei den besonderen Verpackungen. Zum Beispiel die kleine Nasenspray-Verpackung, oder die kinderspezifischen Produkte.
Für die Präsentation entschied ich mich, die Designs auf 3D-Elemente in Blender in Szene zu setzen. Nicht nur sieht das meiner Meinung nach ansprechend aus, ich hatte auch einen Grund, mich mit Blender zu beschäftigen.
Blender ist ein Tool, in welchem ich mich seit Jahren mehr oder weniger zurecht finde, aber viel Freude habe. Jedoch habe ich noch sehr viel zu lernen, um es wirklich zu meistern und das volle, oder zumindest mehr, Potential ausschöpfen zu können.
Die Umsetzung in Blender machte mir aber die Abschluss-Poster-Erstellung deutlich einfacher.
Ich habe auch schon vor meinem Studium viele Poster gestaltet. Zu fiktiven Themen, realen Events oder zufälligen Begriffen.
Daher wollte ich für diesen Kurs Poster designen, die sowohl visuell interessant aussehen als auch eine bewusst gewählte Komposition haben. Bei der Komposition war Blender ungemein nützlich, da ich komplette Freiheit über Position im Raum, Rotation und Licht hatte. Wodurch diese beiden Poster auch ein wenig in die Produkt-Fotografie-Kategorie fallen könnten.
Vacation Survivor — Travel Agency
Prof. Myriel Milicevic
1. Semester
Vacation Survivor war mein zweiter Grundlagenkurs bei Prof. Myriel Milicevic im ersten Semester.
Wir befassten uns in Gruppenarbeit mit dem Thema wie Reisen in der Zukunft aussehen kann.
Zusammen mit 2 Student:innen aus Wien entwickelten Maite Buhr,
Silas Wolf und ich das Konzept eines Videospiels, in welchem User:innen Reisende begleiten und mit Diskriminierungsfällen umgehen müssen.
Der konzeptionelle Aspekt war hoch in diesem Kurs. Wir suchten konstant nach Ideen, und selbst als wir diese hatten, änderten und überarbeiteten wir die Storys und Spielkonzepte dauerhaft. Das zeigte mir in erster Hand, wie hindernd es sein kann, wenn man an einem unausgereiften Konzept festhält, ohne darüber nachzudenken, dass es eventuell eine bessere Möglichkeit der Umsetzung gäbe.
Auch habe ich viel über Teamwork und Aufteilung von Arbeit in diesem Kurs gelernt. Aufgrund mehrerer Umstände blieb ein Großteil der Arbeit an Maite, Silas und mir hängen.
Für unser Projekt kümmerten sich die beiden um die Artworks, Zeichnungen, Backgrounds etc. während ich diese dann zu einem „Videospiel-Trailer“ zusammenschnitt. Auch hier hatte ich wieder die Möglichkeit mit einigen Tools und Themen herumzuspielen, die mir immer wieder Freude bereiten. Den „Vacation-Survivor“ Logo-Einspieler baute ich in Blender, die Sprecherstimme habe ich eingesprochen und aufgenommen. Auch der Rest vom Sounddesign hat mir viel Spaß in der Kreation bereitet.
Everyday UI — Digital Prototyping
Thomas Klingbeil
1. Semester
In diesem Interface-Labor Kurs hat sich unser Dozent Thomas Klingbeil die Frage gestellt, wie man ein Smartes Home besser den Kund:innen zeigen kann.
Die Kurs-Idee war, ein Miniatur-Haus-Modell zu entwerfen, was man von außen wie ein normales Smart-Home steuern kann.
Thomas Klingbeil brachte einige Smart-Home Bauteile mit, die er für dieses Projekt bekommen konnte, wie zum Beispiel ein Schalter-System der Marke MDT. Dieses sollte auch genutzt werden, um die Smart-Home Optionen später am Haus-Modell zu zeigen.
Carl Linz und mir ist dann aufgefallen, dass dies zwar gut zeigt, wie man das spätere „echte“ Smart Home steuert, jedoch ist es für einige Aspekte ungeeignet, welche wir als wichtig erachteten. Wir wollten verschiedene Szenarien darstellen, wie einen Tag/Nacht-Wechsel, das Einfahren eines Elektro-Autos und der automatischen Aufladung etc. Für diese Darstellungen brauchte es mehr.
Carl und ich haben ein Interface entwickelt, welches diese komplexere Szenensteuerung deutlich machen soll. Dieses Interface haben wir mit Vue.JS in eine funktionale Web-App transformiert, welche später auf einem kleinen Touchscreen von einem Raspberry Pi betrieben das Modell steuern sollte.
Durch Carls Erfahrungen als Interfacedesign-Student konnte ich einiges über User Experience und Design dazulernen.
Auch das Programmieren war spannend, denn hier konnte ich Carl ein paar Dinge zeigen.
Das Konzept generell war nicht leicht umzusetzen. Es hört sich im ersten Moment deutlich leichter an, als es eigentlich ist. Es wird nach einem bestimmten Zeitintervall, oder manuell, die Szene gewechselt.
Bei jedem Szenenwechsel müssen viele Geräte an- oder ausgeschaltet werden. Man kann jedoch auch alle Lampen, Heizungen und andere Geräte in jedem Raum manuell steuern, dimmen und kontrollieren. Und sobald das passiert, darf die Szene nicht automatisch gewechselt werden.
Im Großen und Ganzen haben wir, denke ich, eine super Lösung für unser Problem gebaut, die wir dann nie sehen konnten, da aufgrund von fehlender Motivation der anderen Kursteilnehmer und Kursleiter das Projekt nie fertiggestellt wurde.
Das finde ich besonders schade.
Da mein Vater Elektriker ist, und ich auch schon an mehreren Smart-Home Installationen mitgearbeitet habe, hätte dies ein Highlight für mein Grundstudium werden können. So ist es jedoch nur eine interessante UX-Fallstudie für Smart-Home Steuerung und Darstellung.
Schöne Ecken - Filme für FB Design
Jan Schütze
Peter Jeschke
3. Semester
Film war für mich schon immer ein wichtiges Thema im Leben. Wie schon in der Einleitung angeschnitten, habe ich schon in meiner Kindheit mit meiner Cousine Filme gedreht.
Die Projektwoche zu nutzen, um intensiv an einem kurzen Film zu arbeiten und dabei zu sein, während andere auch an einem Film arbeiten, war super inspirierend und schön.
Ich kannte mich aufgrund meiner hobbymäßigen Betätigungen bereits ein wenig mit Videoschnitt, Kameras etc. aus — dem ganzen Technischen. Deshalb legte ich meinen Fokus auf die Story, denn darüber wollte ich am meisten lernen.
In meinem Video habe ich es geschafft, allein mit visuellen Elementen einen Storystrang zu erzeugen: Der Protagonist geht durch verschiedene Orte auf dem FH-Campus. Peter Jeschke sowie meine Kommilitonen haben mir in mehreren Iterationsschleifen geholfen, den roten Faden des Films zu erkennen und zu fokussieren.
Stills aus meinem Short „Schöne Ecken“
Schlussendlich ist es eine Montage von schönen Orten geworden, die der Protagonist bereist und genießt.
Dieser Teil der Ideenfindung und Story-Umsetzung war für mich der schwerste, aber auch der, an dem ich am meisten lernte.
Die anderen Sachen, wie Cutting und Audio Editing fielen mir deutlich leichter, und ich denke, dass ich dort auch bessere Ergebnisse lieferte als bei den konzeptionellen Aspekten — klar sind die auch wichtig. Nichtsdestotrotz ist ein Austausch mit anderen, welche das gleiche Ziel verfolgen, die gleichen Probleme, Mittel und Einschränkungen haben, sehr hilfreich. Noch nie hatte ich so viel Spaß beim Brainstorming wie in diesem Kontext. Sonst ist es nie mehr als eine Aufgabe — ein Mittel zum Zweck, hier war es ein freudebereitender Gedankenaustausch.
Farbe — Atelier
Maria Kleinschmidt
3. Semester
Der Farbe Kurs von Maria Kleinschmidt, den ich in diesem — dem 3. Semester belege, ist mein erster Atelier-Kurs.
Vor dieser Seite der Kurse habe ich mich die ersten beiden Semester gedrückt. Zeichnen und Malen lag mir nie wirklich. In der digitalen oder plastischen Welt fühlte ich mich schon immer wohler. Was auch eine interessante Feststellung ist. Ich bewege mich zwar hauptsächlich im digitalen Raum, jedoch bereitet mir auch das Arbeiten in der Modellbauwerkstatt mit Holz und /oder Metall super viel Spaß.
Einen Stift oder Pinsel in die Hand nehmen und etwas bewegendes oder atemberaubendes zaubern konnte ich aber noch nie.
Vielleicht wäre diese Design-Sparte auch deswegen die, auf die ich am ehesten verzichten könnte.
Dieser Kurs hat mir trotzdem unglaublich viel gegeben. Er ist der Grundstein für alle malerischen Projekte, die ich in Zukunft machen werde. Bis auf meine Tusche-Erfahrung aus der Schulzeit, hatte ich mit Malen sehr wenig zu tun. Wenn ich mal was probierte, kam ich sehr schnell an meine Grenzen.
In diesem Kurs-Zusammenhang musste ich lernen, wie ich mit Pigmenten die Farbe mische, die ich für mein Bild brauche. Das fällt mir noch immer alles andere als leicht, jedoch bin ich mittlerweile in der Lage, das überhaupt zu schaffen.
Abgesehen von diesen Praxiserfahrungen, haben mir auch die zahlreichen Referate und Wissenseinschübe von Maria Kleinschmidt geholfen, etwas mehr über die theoretische Seite der Farben zu erfahren.
Ich habe nun mit eigenen Augen sehen können, wie Farben miteinander wirken, wie sie verglichen damit isoliert wirken, wie sie in Kombinationen wirken und was man damit Interessantes anstellen kann.
Auch in der ganz theoretischen Seite hat mich dieser Kurs weitergebracht. Ich kann nun reflektierter mit der Farblehre Ittens umgehen, weiß über deren Fehler und Küppers Kritik.
Ich weiß auch, dass ich (außerhalb dieses Kurses) wahrscheinlich nicht so schnell wieder Farbpigmente für gestalterische Werke von mir nutzen werde.
Trotzdem fühle ich mich deutlich sicherer im Umgang mit Farben auf Leinwänden und werde sicherlich vieles mitnehmen.
Creature Discomforts
Prof. Myriel Milicevic
Tim Ebert
Sebastian Wloch
3. Semester
Es sterben immer mehr Tiere auf der Welt. Und viele Arten, die noch nicht ausgestorben sind, sind kurz davor. Das Ziel dieses Kurses war es, durch eine Augmented-Reality Erfahrung die Umstände eines Tieres an Nutzer:innen näher zu bringen.
Hanne Dahlmann und ich suchten uns den Schreiadler als unser darzustellendes Tier aus. Wir konnten diesbezüglich mit einem der führenden Schreiadler-Experten Thomas Krumenacker sprechen.
Im Zuge unserer eigenen Recherchen und den Gesprächen mit Thomas Krumenacker haben sich mir viele neue Probleme mit unserer Landschaft und Gesellschaft geöffnet.
Thomas Krumenacker
Einige dieser Probleme, die für den Schreiadler am relevantesten sind, greifen wir in unserer AR-Erfahrung auf.
In dem Kurs haben wir mit der Software „Spark AR“ gearbeitet, womit man AR-Erfahrungen sowie Filter für Facebook und Instagram erstellen kann. Schon innerhalb der ersten Stunden des Benutzens haben wir gemerkt, dass unser Projekt komplett, in allen möglichen Dimensionen, überdimensioniert für Spark AR ist. Aufgrund dessen mussten wir auch einige Kompromisse, was die Ausführung unserer Ideen angeht, eingehen.
Von meinen Problemen mit Spark AR abgesehen, hat mich dieser Kurs in der AR Kategorie ein paar Schritte nach vorne gebracht.
Meine ersten Berührungen mit AR hatte ich im Kurs „Experimentelles Gestalten“ mit Prof. Sven Völker, wo wir Adobe Aero benutzten. Seine Ansicht war, dass früher oder später AR eine Größe und einen Stellenwert bekäme, die dem Internet gleicht.
Im „Creature-Discomforts“ Kurs haben wir eine sehr stark andere AR Anwendung gebaut als im Kurs von Prof. Sven Völker. Diese hier ist interaktiver. Nutzer:innen werden viel stärker mit einbezogen.
Mit der Frage, wie man Informationen am Besten in diesem AR-Umfeld an die User:innen weiter gibt, werden wir uns in Zukunft wahrscheinlich noch öfter auseinandersetzen. Daher war es für mich sehr interessant und fordernd Lösungen zu finden. Dass ein Großteil unserer Gedanken dahin ging, Probleme in Spark AR zu beheben, finde ich daher furchtbar schade. Wahrscheinlich ist das einfach der bittere Beigeschmack, den AR heutzutage noch mit sich bringt.
Reflexion
Auch wenn einige Kurse frustrierend bis langweilig waren, möchte ich keinen davon wieder hergeben.
Eventuell fiel es dem ein oder anderen auf: ich habe nur Kurse des ersten oder dritten Semesters erwähnt.
Diese Tatsache ist mir selbst erst gar nicht aufgefallen. Ich hatte im zweiten Semester selbstredend auch interessante Kurse — jedoch keine, die mich so beeinflussten, wie die hier genannten.
Vielleicht spielt dabei aber auch die Online-Lehre eine Rolle.
Dieses dritte Semester konnte mir so viel mehr geben als nur Informationen und Wissen. Ich lernte so viele neue, coole Leute kennen, war das erste Mal im Casino. BrainstormingSessions die zur Abwechslung mal Spaß machten. Kurse in der FH. Belebte Mensas.
Vielleicht fehlten mir im zweiten Semester einfach diese Erfahrungen und die Motivation des Studiumstarts die ich im ersten Semester hatte.
Der Frage, was ich im Hauptstudium machen möchte, bin ich etwas nähergekommen, aber gleichzeitig auch nicht.
Ich weiß, dass mir analoges Zeichen oder Malkurse weniger Freude bringen als alle anderen Kurse.
Ich weiß auch, dass ich mich mehr mit Film auseinandersetzen möchte. Mehr Tools lernen, wie Unreal Engine 5 — unter anderem auch für virtuelle Filmproduktion.
Auch bereiten mir Programmier-Projekte viel Spaß, und auch auf die möchte ich keineswegs verzichten.
Gleichzeitig finde ich es auch interessant, auf Postern oder anderen grafischen Medien neue Kompositionen zu testen und mit Typografie zu spielen.
Irgendwie muss ich diese Wünsche und Vorstellungen in mein Hauptstudium einarbeiten.